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Geschrieben von Mike Martin   
Freitag, 15. Juni 2007
1. Was heißt „Diabetes mellitus“ eigentlich übersetzt?

- Diabetes mellitus ist ein lateinischer Begriff und bedeutet wörtlich übersetzt „der honig-süße Durchfluß“.

2. Welche Anzeichen waren bei den meisten von euch bei der Feststellung des Diabetes vorhanden?

- Großes Durstgefühl (bis zu 10 Liter Wasser am Tag), häufiger Toillettengang, Gewichtsabnahme, Konzentrationsstörung, Kopf- und Bauchschmerzen, Sehstörung, Übelkeit.

3. Was ist das Insulin eigentlich und warum benötigt der Mensch überhaupt Insulin?

- Das Insulin ist ein körpereigenes Hormon und ist ein Eiweiß. Der Körper benötigt Insulin, um den wichtigsten Energielieferanten, nämlich die Kohlenhydraten in die Zellen des Körpers einzuschleusen.

4. Warum muß das Insulin gespritzt werden? Warum kann es nicht einfach als Tablette, Saft oder Zäpfchen verabreicht werden?

- Das Insulin ist ein Eiweiß und würde im Verdauungstrakt einfach zerstört werden und würde keinerlei Wirkung haben.

5. Welche Insulinsorten gibt es?

- Es gibt Insuline mit verschiedenen Wirkungsprofilen. Je nach dem, ob ihre Wirkung schnell oder langsam eintritt und wie lange sie anhält, werden Insuline in verschiedenen Kategorien unterteilt. Folgende Insuline stehen zur Zeit zur Auswahl:
a) Schnellwirksames Insulin (Humalog)
- Wirkeintritt nach 5-15 min., stärkste Wirkung nach etwa 30 min., Wirkdauer Dauer etwa 2 Std..
b) Normalwirksames Insulin (Actrapid, Huminsulin Normal, Insuman Rapid)
- Wirkeintritt nach 30 min., stärkste Wirkung nach 2 Std., Wirkdauer je nach Dosis etwa 4-6 Std..
c) NPH-Verzögerungsinsulin (Protaphane, Huminsulin Basal, Insuman Basal)
- Wirkeintritt nach 2 Std., stärkste Wirkung nach 4-5 Std., Wirkdauer je nach Dosis 8-12 Std..
d) Zinkverzögertes Insulin (Ultralente, Semilente)
- Wirkeintritt nach 2-3 Std., stärkste Wirkung nach 4-5 Std., Wirkdauer je nach Dosis etwa 10-14 Std., gleichmäßigeres Wirkungsprofil als NPH-Inuslin.
e) Insulin Detemir (Levemir)
- Wirkeintritt nach 3-4 Std., Wirkdauer etwa 14-16 Std., gleichmäßige Wirkung, kein Wirkmaximum
f) Insulin Glargin (Lantus)
- Wirkeintritt nach 2-3 Std.,Wirkdauer etwa 24 Std., Auch bei diesem Insulin kein Wirkmaximum

6. Was ist beim Spritzen der Verzögerungsinsuline sehr wichtig?

- Bei NPH-Insulin (z.B. Protaphane oder Basal-Insuline) und Semilente ist das Schwenken und Rollen sehr wichtig, damit sich die Verzögerungsteilchen im Insulin gut durchmischen und somit richtig wirken können.

7. Was kann die Ursache sein, wenn man falsche BZ-Werte mißt?

- Schmutzige oder nasse Hände, zu wenig Blut auf dem Teststreifen, falsche Codierung mancher BZ-Meßgeräte, bereits abgelaufene Teststreifen.

8. Was ist der Spritz-Eß-Abstand (SEA)? Ist er bei allen Insulinarten gleich?

- Der SEA ist der Abstand zwischen der Insulininjektion und dem Mahlzeitenverzehr. Der Sinn dieses Abstandes ist es, bei höheren BZ-Werten diesen in einen normoglykämischen (also „normalen“ ) Bereich zu bringen, um erstens sehr hohe postprandiale BZ-Werte (poszprandial bedeutet, der Wert nach dem Essen) zu vermeiden, und zweitens eine bessere Insulinwirkung zu erreichen. Bei niedrigen BZ-Werten soll erreicht werden, daß die Mahlzeit rechzeitig eingenommen wird, um unnötige oder gar schwere Hypoglykämien zu vermeiden.

9. 3 Nahrungsmittel die keine BE enthalten, die langsam, mittelschnell und schnell ins Blut übergehen?

- Keine BE: Tomaten, Gurken, Wasser, Light-Getränke, Tee, Käse, Wurst, Fleisch, Nüsse in geringer Menge (etwa 30-40g).
- Langsame BE: Brot (v. a. Vollkorn), Nudel, Reis, Müsli, Milch, Schokolode, fetthaltige Produkte.
- Faserhaltige Obstsorten (Apfel, Birne), Fruchtnektar.
- Fruchtsäfte (Apfel-, Orangensaft), Cola, Fruchteis, Wassereis, nichtfaserhaltiges Obst (Banane, Wassermelone, Trauben), Traubenzucker.

10. Welche Eigenschaft sollte eine Sport-BE haben? Sollte sie vor, während oder nach dem Sport eingenommen werden?

- Sprot-BE sollte immer eine schnelle BE sein und vor dem Sport eingenommen werden, um eine Hypoglykämie zu vermeiden.

11. Was ist eine Hypoglykämie?

- Eine Hypoglykämie besteht aus den Wörtern Hypo-glyk-ämie. Hypo bedeuten „zu niedrig“ oder „zu wenig“, glyk ist dem lateinischen Wort Glucose, also Zucker entnommen und bedeuten demnach „Zucker“, ämie ist ebenfalls lateinisch und stellt die Wortkomponente „Blut“ dar. Zusammengesetzt heißt also Hypoglykämie „zu wenig Zucker im Blut“, also eine Unterzuckerung.
- Leichte Hypoglykämie bedeutet, daß Du die eine Unterzuckerung verspürst und in der Lage bist, darauf zu reagieren. Die Anzeichen einer leichten Hypoglykämie können sein:
a. Zittern.
b. Schwindel.
c. Hunger.
d. Unwohlsein.
e. Kribbeln an den Fingerkuppen.
f. Taubheitsgefühl der Zunge.
g. „Wackelknie“.
h. Heiterkeit.
i. Aggressivität.
j. Müdigkeit.
k. Sehstörung.

12. Welche Maßnahmen trifft man ihr bei einer Hypoglykämie?

- Bei einer leichten Hypoglykömie sollten schnelle, sogenannte Hypo-BE´s eingenommen werden, um den BZ wieder hochzutreiben.

13. Welche Maßnahmen sollte man bei einer Überzuckerung treffen?

- Es besteht ein Unterschied darin, wie eine Hyperglykämie, also ein hoher BZ zustande gekommen ist. Wenn du das Insulin gespritzt hast und dafür zu viel BE verzehrt hast, dann besteht die Möglichkeit, durch Sport und körperliche Bewegung deinen BZ zu senken, denn Sport kann ja bekanntlich bis zu einem halben Tag Insulin sparen!!! Ansonsten besteht die Möglichkeit, viel Wasser oder zuckerfreie Flüssigkeiten zu trinken, um das Blut etwas zu verdünnen und somit die Zuckerkonzentration zu senken. Des weiteren ist es möglich, geplante BE´s wegzulassen, um den BZ nicht noch weiter nach oben zu katapultieren. Als letzte Möglichkeit ist die Korrekturinjektion anhand deiner Korrekturregelung zu nennen, die du aber nur zu bestimmten Zeiten anwenden darfst.

14. Ist es sinnvoll, kein Insulin zu spritzen, wenn du man nichts essen kannst? Falls nicht, worauf sollte man dann achten?

- Es ist selbverständlich nicht sinnvoll, kein Insulin zu spritzen, selbst wenn man nichts essen würde. Denn der Körper benötigt für seine Funktionen immer Insulin, das nennt sich der Basalbedarf. Er macht etwa ein Drittel der Tagesinsulinmenge aus, genauer ist er 0,35 IE/kg Körpergewicht und Tag. Das heißt, eine Person, die etwa 50 kg wiegt, benötigt ca. 17,5 IE (50 x 0,35) Insulin in 24 Stunden. Wenn du diese Zahl durch 2 teilst, kommt der Basalinsulinbedarf nur für Nacht oder Tag raus. Es ist also sinnvoll, auch wenn du nichts ißt, den Basalbedarf an Insulin, der normalerweise als Verzögerungsinsulin injiziert wird, zu spritzen, um keine Stoffwechselentgleisung herbeizurufen.

15. Welche Berufe darf am als Diabetiker nicht oder nur mit besonderer Genehmigung ausüben?

- Ein großer Nachteil von Diabetes ist es, daß bestimmte Berufe nicht ausgeübt werden dürfen. Dazu gehören Berufe, in denen das Leben anderer Personen besonders gefährdet sein kann, wie zum Beispiel Dienst an der Waffe (Polizist, Soldat) und Personenbeförderung (Krankentransport, Taxi, Bus, Lokführer, Pilot).
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 15. Juni 2007 )
 
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